Definition
Diese Kategorie umfasst Emissionen, die im Berichtsjahr durch den Transport und die Verteilung verkaufter Produkte entstehen, sofern diese in Fahrzeugen oder Einrichtungen stattfinden, die weder dem berichtenden Unternehmen gehören noch von ihm kontrolliert werden. Wichtig ist, dass nur Transporte verkaufter Güter in Kategorie 9 berücksichtigt werden, für die das berichtende Unternehmen keine Zahlungen leistet. Werden hingegen Transportkosten vom Unternehmen getragen, fallen diese unter Kategorie 3.4 (Eingangslogistik). Zusätzlich umfasst Kategorie 3.9 (Ausgangslogistik) auch Emissionen aus Einzelhandel und Lagerung. Weiterhin können Unternehmen auch die Emissionen von Kunden einbeziehen, die zu und von Einzelhandelsgeschäften reisen.
Wenn das berichtende Unternehmen ein Zwischenprodukt verkauft, sollte es die Emissionen aus dem Transport und der Verteilung dieses Zwischenprodukts zwischen dem Verkaufsort des berichtenden Unternehmens und entweder dem Endverbraucher (wenn die Endverwendung des Zwischenprodukts bekannt ist) oder den Geschäftskunden (wenn die Endverwendung des Zwischenprodukts unbekannt ist) melden.
Emissionen können durch die folgenden Transport- und Vertriebsaktivitäten in der gesamten Wertschöpfungskette entstehen:
- Flugverkehr
- Schienenverkehr
- Straßenverkehr
- Schiffsverkehr
- Lagerung von gekauften Produkten in Warenhäusern, Vertriebszentren und Einzelhandelseinrichtungen.
Bilanzierung der Ausgangslogistik
Zur Berechnung der Emissionen aus der Ausgangslogistik können dieselben Methoden wie auch für die Eingangslogistik verwendet werden:
- Kraftstoffbasierte Methode: Die Menge des verbrauchten Kraftstoffs wird mit einem kraftstoffbasierten Emissionsfaktor multipliziert.
- Entfernungsbasierte Methode: Die Entfernung wird mit der Masse oder dem Volumen Gutes und dem Emissionsfaktor multipliziert, der den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch, die durchschnittliche Auslastung, die durchschnittliche Masse oder das Volumen des Gutes und die damit verbundenen Emissionen berücksichtigt.
- Ausgabenbasierte Methode: Die Ausgaben des Transportes werden mit einem ausgabenbasierten Emissionsfaktor multipliziert.
Dabei ist die kraftstoffbasierte Methode am präzisesten, gefolgt von der entfernungsbasierten und zuletzt der ausgabenbasierten Methode.
Die kraftstoffbasierte Methode
Die kraftstoffbasierte Methode sollte angewandt werden, wenn Unternehmen Daten über den Kraftstoffverbrauch von Transportunternehmen und ggf. über Kältemittelverluste durch die Kühlung von Produkten aus Fahrzeugflotten erhalten können. Optional können Unternehmen die Emissionen aus der Rückfahrt des leeren Fahrzeugs berechnen.
Stehen keine Daten zum Kraftstoffverbrauch zur Verfügung, können Unternehmen den Kraftstoffverbrauch anhand der folgenden Faktoren ableiten:
- Ausgaben für Kraftstoffe und durchschnittlicher Preis für Kraftstoffe
- Zurückgelegte Strecke und Kraftstoffeffizienz des Fahrzeugs
- Für den Transport ausgegebener Betrag
Die kraftstoffbasierte Methode ist am besten geeignet, wenn das Fahrzeug ausschließlich die vom berichtenden Unternehmen gekauften Waren befördert. Andernfalls sollten die Emissionen zwischen den für das berichtende Unternehmen beförderten Gütern und den für andere Unternehmen beförderten Gütern aufgeteilt werden.
Erforderliche Tätigkeitsdaten für die kraftstoffbasierte Methode:
- Menge der verbrauchten Kraftstoffe (z. B. Diesel, Benzin, Kerosin, Biokraftstoffe)
- für Kraftstoffe ausgegebene Beträge
- Mengen an flüchtigen Emissionen (z. B. aus Klimaanlagen und Kühlung).
Falls zutreffend:
- Zurückgelegte Strecke
- Durchschnittliche Kraftstoffeffizienz des Fahrzeugs, ausgedrückt in Litern verbrauchten Kraftstoffs pro Tonne und Kilometer transportiert
- Kosten für Kraftstoffe
- Volumen und/oder Masse der gekauften Waren im Fahrzeug
- Angaben darüber, ob die Produkte während des Transports gekühlt werden.
Benötigte Emissionsfaktoren für die kraftstoffbasierte Methode:
- Cradle-to-Gate-Emissionsfaktoren der Transportart pro Einheit des wirtschaftlichen Wertes (z. B. kg CO2 e/$)
- Gegebenenfalls Inflationsdaten zur Umrechnung der Marktwerte zwischen dem Jahr der EEIO-Emissionsfaktoren und dem Jahr der Tätigkeitsdaten umzurechnen.
Die entfernungsbasierte Methode
Die entfernungsbasierte Methode sollte angewandt werden, wenn Unternehmen keinen Zugang zu Kraftstoffaufzeichnungen der Transportfahrzeuge haben oder deren Sendungen kleiner sind als ein ganzes Fahrzeug.
Wenn die tatsächlichen Entfernungen nicht bekannt sind, können diese anhand einer Kombination folgender Faktoren geschätzt werden:
- Vom Transportunternehmen angegebene Entfernung
- Staatliche, akademische oder industrielle Veröffentlichungen
- Online-Karten und Rechner
- Veröffentlichte Hafen-zu-Hafen-Entfernungen.
Benötigte Emissionsfaktoren der entfernungsbasierten Methode:
- Emissionsfaktor nach Verkehrsträger (z. B. Schiene, Luft, Straße) oder Fahrzeugtyp (z. B. Sattelschlepper, Containerschiff), ausgedrückt in Einheiten von Treibhausgasen (CO2, CH4, N2O oder CO2 e) pro Einheit Masse (z. B. Tonne) oder Volumen (z. B. TEU) zurückgelegter Strecke (z. B. Kilometer).
Die ausgabenbasierte Methode
Kann weder die kraftstoffbasierte noch die entfernungsbasierte Methode angewandt werden, sollten Unternehmen die ausgabenbasierte Methode verwenden, um den Kraftstoffverbrauch abzuleiten:
- Ausgaben für Kraftstoffe aus Rechnungen oder Finanzbuchhaltungssystemen
- Zurückgelegte Strecke und Kraftstoffeffizienz des Fahrzeugs
- Betrag, der für Transportdienstleistungen ausgegeben wurde. Anteil der Kraftstoffkosten an den Gesamtkosten und Durchschnittspreis der Kraftstoffe
Erforderliche Tätigkeitsdaten der ausgabenbasierten Methode:
- Für den Transport ausgegebener Betrag nach Art (z. B. Straße, Schiene, Luft, Schiff), unter Verwendung von Marktwerten (z. B. Dollar).
Benötigte Emissionsfaktoren der ausgabenbasierten Methode:
- Cradle-to-Gate-Emissionsfaktoren der Transportart pro Einheit des wirtschaftlichen Wertes (z. B. kg CO2 e/$)
- Gegebenenfalls Inflationsdaten zur Umrechnung der Marktwerte zwischen dem Jahr der EEIO-Emissionsfaktoren und dem Jahr der Tätigkeitsdaten umzurechnen.
Bilanzierung der Ausgangslogistik im Climate Hub
Im Climate Hub sind keine vordefinierten Aktivitäten hinterlegt. Über den Button Eigene Aktivität hinzufügen können Sie neue Aktivitäten anlegen. Eine genaue Beschreibung hierzu finden Sie hier.
Weiterführende Informationen finden Sie in der Technical Guidance for Calculating Scope 3 Emissions des GHG Protocols in Kapitel 9: Downstream Transportation and Distribution ab Seite 102.