Automatische Berechnung von Frachtemissionen
Der Climate Hub kann für gewichtsbasierte Aktivitäten automatisch die Emissionen berechnen, die beim Transport dieser Waren entstehen – von der Herkunft des Materials bis zum Ort, an dem die Waren verwendet werden. Dieser Artikel erklärt, wie die automatische Berechnung funktioniert und welche Angaben dafür nötig sind.
1. Was wird berechnet?
Für jede Aktivität mit dem Einheitentyp Gewicht kann der Climate Hub die Frachtroute sowie die damit verbundenen CO₂e-Emissionen ermitteln. Grundlage dafür ist das Intermodal-Freight-Modul von Climatiq, das auf den Emissionsfaktoren des Global Logistics Emissions Council (GLEC) basiert.
Der Climate Hub benötigt dafür einen Start- und Zielort sowie das Frachtgewicht. Die Wahl des Transportmittels (Straße, See, Schiene, Luft oder Binnenschifffahrt) sowie die Route selbst – inklusive möglicher Umschlagpunkte an Häfen, Flughäfen oder Bahnhöfen – wird vollautomatisch bestimmt. Sie müssen also kein Transportmittel und keine Zwischenstationen selbst festlegen.
2. Voraussetzungen
Damit die Berechnung ausgelöst werden kann, benötigt der Climate Hub folgende Angaben:
| Information | Woher kommt sie? |
|---|---|
| Startort (Postleitzahl, Stadt, Land) | Angaben zum Lieferanten der Aktivität |
| Zielort (Postleitzahl, Stadt, Land) | Angaben aus dem Reiter Firma des Strukturelements, in dem die Aktivität angelegt ist |
| Frachtgewicht (Eingabe + Einheit) | Der eingegebene Aktivitätswert, sofern die Einheit vom Typ Gewicht ist |
Postleitzahl, Stadt und Land sind sowohl für Lieferanten als auch für alle Strukturelemente Pflichtfelder. Ob die Eingabe auf Deutsch oder Englisch erfolgt, spielt keine Rolle (z. B. "Deutschland" und "Germany" werden gleichermaßen erkannt).
Fehlt am Startort eine der drei Angaben, kann keine Berechnung durchgeführt werden. Es wird zwar eine Transport-Aktivität angelegt, diese ist aber als "keine Berechnung erfolgt" gekennzeichnet.
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Wurde das Frachtgewicht noch nicht befüllt (Eingabe = 0), wird zwar eine Anfrage gesendet, das Ergebnis fällt jedoch mit 0 kg CO₂e aus.
3. So aktivieren Sie die Frachtberechnung
3.1 Beim phasenspezifischen CSV-Upload (Link)
Screenshot
- Ergänzen Sie in Ihrer CSV-Datei die Spalte "Land des Lieferanten", "Stadt des Lieferanten" und "PLZ des Lieferanten".
- Setzen Sie in der Spalte "Frachtberechnung aktivieren" den Wert "Ja", wenn für die jeweilige Aktivität eine Frachtberechnung ausgelöst werden soll (leer lassen, wenn nicht gewünscht).
- Beim Hochladen öffnet sich das Fenster "KI-Datenanreicherung". Wählen Sie die Phase oder Subphase aus, in der die berechneten Transport-Aktivitäten gespeichert werden sollen und klicken Sie auf "Fortfahren".
Hinweis: Bei Aktivitäten in Rohstoffe und Vorprodukte sowie Verpackungsmaterial ist standardmäßig die Subphase Eingangslogistik vorausgewählt; Sie können aber jede andere Subphase auf derselben Ebene wählen.
3.2 Direkt im Climate Hub
- Legen Sie eine Aktivität mit dem Einheitentyp Gewicht in einer Phase oder Subphase an.
- Füllen Sie im Bereich "Angaben zum Lieferanten" Land, Stadt und Postleitzahl des Lieferanten aus. Dieser Bereich wird immer angezeigt, ist aber nur nutzbar, sobald eine Gewichtseinheit gewählt wurde.

- Aktivieren Sie den Schalter "In Frachtberechnung einbeziehen" und wählen Sie die Phase bzw. Subphase aus, in der die Frachtroute gespeichert werden soll.
- Speichern Sie die Aktivität. Die Berechnung wird daraufhin automatisch ausgelöst.
4. Anzeige der Ergebnisse

Das Gesamtergebnis (kg CO₂e) wird als direkte CO₂e-Aktivität angelegt und automatisch mit der ursprünglichen Aktivität verknüpft. Der Name der angelegten Transport-Aktivität setzt sich wie folgt zusammen: "Transport von" + Bezeichnung der Quellaktivität
Beispiel: Quellaktivität "Stahl" → Transport-Aktivität "Transport von Stahl"
Die Transport-Aktivität wird automatisch auf den Status "Überprüfung" gesetzt und ist in der jeweiligen Aktivitätsliste an einem Transport-Symbol am Zeilenanfang erkennbar.
Über das Pop-up "Frachtberechnung" an der Transport-Aktivität sehen Sie die vollständige Aufschlüsselung der Route:
- Quellaktivität, Startpunkt und Zielort
- Teilstrecken: Jede einzelne Teilstrecke mit Transportmittel, Distanz (km) und anteiligen Emissionen (kg CO₂e)
- Umschlagpunkte: Für diese wird keine Distanz ausgewiesen
- Treffsicherheit: Für Startpunkt und Zielort wird jeweils ein Wert zwischen 0 und 1 angegeben. Dieser beschreibt, wie gut der automatisch ermittelte Ort mit dem eingegeben Ort übereinstimmt.
- Summenzeile: Gesamtdistanz und Gesamtemissionen der Route
Über den Bearbeiten-Button einer Transport-Aktivität sehen Sie außerdem die gewohnte Detailansicht einer direkten CO₂e-Aktivität. Da es sich um eine automatisch berechnete Aktivität handelt, sind folgende Angaben schreibgeschützt:
- Bezeichnung
- CO₂e (direkt) Wert, Typ der direkten CO2e-Angabe und Einheit
- Einzelgase (bleiben leer)
- Angaben zur Datenquelle
- Systemgrenze (wird als "total" ausgewiesen). Die Systemgrenzen der einzelnen Emissionsfaktoren können der Tabelle 4.4 des PDFs entnommen werden.
- Mehrere von Climatiq verwendete Datenquellen werden aufgelistet
Fossiler und biogener Kohlenstoffgehalt, Berechnung des Primärdatenanteils und der Datenqualitäts-Check für Emissionsfaktoren können Sie wie gewohnt selbst ergänzen.
5. Aktualisierung und Löschen
- Änderungen an der Quellaktivität (Wert, Einheit, PLZ, Stadt, Land, Toggle) lösen automatisch eine neue Berechnung aus – die zugehörige Transport-Aktivität wird entsprechend aktualisiert.
- Änderungen am Reiter Firma (z. B. neue Adresse) wirken sich nur auf neu angelegte Transport-Aktivitäten aus, nicht rückwirkend auf bereits berechnete Routen.
- Die Frachtberechnung können Sie auf zwei Wegen entfernen:
- Deaktivieren Sie den Toggle "In Frachtberechnung einbeziehen" an der Quellaktivität und speichern Sie diese erneut, oder
- Löschen Sie die Transport-Aktivität direkt – der Schalter an der Quellaktivität wird dann automatisch deaktiviert.
6. Gut zu wissen
- Climate Hub nutzt bewusst nur Start- und Zielort als Eingabe (keine manuelle Festlegung einzelner Streckenabschnitte), damit Climatiq automatisch die realistischste Route und das passende Transportmittel wählt.
- Leerfahrten und Standzeiten von Fahrzeugen sind in den GLEC-Emissionsfaktoren bereits eingerechnet und müssen nicht separat berücksichtigt werden.
- Im PCF-Bericht wird das Thema Transport im Kapitel "3.8 Umgang mit Transport" erläutert; die verwendeten Emissionsfaktoren der Transport-Aktivitäten werden zusätzlich einzeln in der Tabelle der verwendeten Emissionsfaktoren in Kapitel 4.4 aufgeführt.
Zu beachten! Bei Nutzung der automatischen Berechnung von Frachtemissionen wird nur der Faktor (exkl. biogene CO2-Aufnahme) befüllt. Für eine vollständige Aufschlüsselung aller ISO, PACT und Catena-X konformen Emissionsfaktoren empfehlen wir, die Transportstrecken alternativ über die aktivitätsbasierte Emissionsfaktorsuche mit einem ecoinvent-Faktor zu erfassen.