Definition Fuhrpark
Die Kategorie Fuhrpark umfasst die direkten THG-Emissionen aus eigenen oder geleasten mobilen Quellen (sowohl Straßenfahrzeuge und Non-Road-Fahrzeuge), die sich innerhalb der Inventargrenzen des Unternehmens befinden.
Die Emissionen in der Kategorie Fuhrpark beziehen sich auf unternehmenseigene oder
-betriebenen Fahrzeuge, Motoren und Geräte, die sich durch die Verbrennung von Kraftstoffen fortbewegen und dabei Emissionen ausstoßen. Dazu gehören Fahrzeuge für den Transport von Mitarbeiter*innen, Verteilerfahrzeuge, Geländefahrzeuge, Motoren und Geräte für andere Zwecke. Sind diese Fahrzeuge nicht im Besitz oder der direkten Kontrolle des Unternehmens, zählen sie zu den Scope 3 Emissionen des Unternehmens.
Wichtiger Hinweis: Die Geräte müssen sich aus eigener Kraft fortbewegen, um als mobile Verbrennungsquelle betrachtet zu werden. Werden die Geräte stattdessen von Ort zu Ort transportiert (z. B. ein Notstromaggregat), zählen sie zu den stationären Verbrennungsquellen.
Bilanzierung der Emissionen aus dem Fuhrpark
Zur Berechnung der Emissionen aus dem Fuhrpark können drei verschiedene Methoden verwendet werden:
Die kraftstoffbasierte Methode:
Die kraftstoffbasierte Methode sollte angewandt werden, wenn Unternehmen Daten über den Kraftstoffverbrauch von Transportunternehmen zur Verfügung haben. Unternehmen sollen dann auch die zusätzlich verbrauchte Energie berücksichtigen und flüchtige Emissionen (z.B. Kältemittelverluste oder Klimaanlagen) einbeziehen. Optional können die Unternehmen auch die Emissionen aus dem Rücktransport, d.h. der Rückfahrt des leeren Fahrzeugs, berechnen.
Berechnet werden die Emissionen bei der kraftstoffbasierten Methode, indem die Menge des konsumierten Kraftstoffs mit einem geeigneten Emissionsfaktor für den Kraftstoff multipliziert wird. Im Climate Hub wurden hierzu für die Kraftstoffe Diesel, Benzin, CNG und LPG bereits geeignete Emissionsfaktoren unter Fuhrpark (Menge) hinterlegt. Sie können hier die Menge des verbrauchten Kraftstoffs eintragen und die Emissionen werden automatisch berechnet.
Die kraftstoffbasierte Methode ist am besten geeignet, wenn das Fahrzeug ausschließlich die vom berichtenden Unternehmen erworbenen Waren befördert. Andernfalls sollten die Emissionen zwischen den für das meldende Unternehmen beförderten Gütern und den für andere Unternehmen beförderten Gütern aufgeteilt werden. Wenn die für die Aufteilung erforderlichen Daten aufgrund der Vielzahl der gleichzeitig in einem Fahrzeug transportierten Güter nicht verfügbar ist, sollte die entfernungsbasierte Methode zur Berechnung verwendet werden. Ebenso wenn keine Daten zum Kraftstoffverbrauch verfügbar sind.
Die entfernungsbasierten Methode:
Die entfernungsbasierten Methode wird die zurückgelegten Strecke mit der Masse oder dem Volumen der transportierten Güter und den entsprechenden Emissionsfaktoren des Transportmittels multipliziert. Im Climate Hub wurden hierzu für einen PKW die Kraftstoffe Diesel, Benzin, CNG, LPG, Hybrid - Verbrenneranteil und für ein dieselbetriebenes Motorrad bereits geeignete Emissionsfaktoren unter Fuhrpark (Kilometer) hinterlegt. Sie können hier die Menge des verbrauchten Kraftstoffs eintragen und die Emissionen werden automatisch berechnet.
Bitte beachten Sie, dass die kraftstoffbasierte Methode genauer ist als die entfernungsbasierte Methode, da der Kraftstoffverbrauch im direkten Zusammenhang mit den Emissionen steht.
Die ausgabenbasierten Methode:
Wenn die kraftstoff- oder entfernungsbasierte Methode nicht angewandt werden können, sollte die ausgabenbasierte Methode verwendet werden. Bei dieser Methode werden die für den Transport aufgewendeten Kosten mit den entsprechenden ausgabenbasierten Emissionsfaktoren multipliziert. Im Climate Hub können Sie hierzu über das Plus-Symbol eine eigene Aktivität hinzufügen und z.B. über Suche in unserer Datenbank einen ausgabenbasierten Emissionsfaktor suchen.
Zu beachten ist dabei, dass die ausgabenbasierte Methode mit einem hohen Maß an Unsicherheit behaftet ist, sodass die beiden anderen Methoden in jedem Fall bevorzugt werden sollten.
Bilanzierung im Climate Hub
Im Climate Hub finden Sie bereits einige vordefinierte Emissionsquellen, für die bereits Emissionsfaktoren hinterlegt sind. Sie können hier die Menge angeben. Der Climate Hub errechnet die Emissionen dann für Sie aus. Möchten Sie weitere Emisionsquellen angeben oder Ihre eigenen Emissionsfaktoren nutzen, können Sie dies über das Plus-Symbol unten links tun. Eine genaue Beschreibung hierzu finden Sie hier.
Richtlinien zur Qualitätskontrolle
- Vergleichen Sie die vom Kraftstofflieferanten bereitgestellten oder vor Ort erhobenen Emissionsfaktoren mit dem EPA Center for Corporate Climate Leadership: Emission Factors for Greenhouse Gas Inventories (Emissionsfaktoren für Treibhausgasinventare).
- Dokumentieren Sie die Kraftstoffverbrauchsdaten mit offiziellen Protokollen von Fahrzeugmessgeräten, Kaufbelegen für Kraftstoff und Lagertankaufzeichnungen.
- Dokumentieren Sie die zurückgelegte Strecke mit Kilometerprotokollen und berechneten Strecke bis zum Zielort
- Dokumentieren Sie den Kraftstoffverbrauch Ihres Fahrzeugs anhand von Firmenunterlagen, Herstellerunterlagen oder Informationen von der EPA-Website zum Kraftstoffverbrauch.
Weiterführende Informationen finden Sie in der Scope 1 & 2 GHG Inventory Guidance des GHG Protocols in Kapitel Scope 1 Mobile Combustion ab Seite 21.