Definition
Diese Kategorie umfasst die Emissionen aus dem Betrieb von Anlagen, die von dem berichtenden Unternehmen im Berichtsjahr geleast wurden (Leasingnehmer) und nicht bereits in den Scope 1 und Scope 2 Emissionen des berichtenden Unternehmens enthalten sind.
Wenn das berichtende Unternehmen einen Vermögenswert nur für einen Teil des Berichtsjahres least, sollte es die Emissionen für den Teil des Jahres berücksichtigen, in dem der Vermögenswert geleast wurde.
Bilanzierung von gemieteten oder geleasten Sachanlagen
Grundsätzlich gibt es drei Berechnungsmethoden. Sie sind nach absteigender Genauigkeit geordnet.
- Anlagenspezifische Methode: Erfassung anlagespezifischer Brennstoff- und Energieverbrauchsdaten, Daten zu verfahrensbedingten und flüchtigen Emissionen sowie Daten zu Scope 1 und Scope 2 Emissionen der geleasten Anlagen. Die Verbrauchsdaten können aus Rechnungen, Zählerständen oder internen IT-Systemen entnommen werden. Multiplikation der Verbrauchsdaten mit standort- oder regionalspezifischen Emissionsfaktoren der Energiequellen.
- Leasinggeberspezifische Methode: Sammlung der Scope 1 und Scope 2 Emissionen der Leasinggeber und Zuordnung dieser Emissionen zu den geleasten Anlagen. Multiplikation der Verbrauchsdaten mit standort- oder regionalspezifischen Emissionsfaktoren der Energiequellen.
- Durchschnittsdaten Methode: Schätzung der Emissionen für jede geleaste Anlage und jedes geleaste Gebäude basierend auf Durchschnittsdaten, wie z.B. auf Grundlage der belegten Fläche je Anlagenart oder der Grundfläche des Gebäudes. Multiplikation mit der Anzahl der Anlagen / Gebäuden sowie mit einem durchschnittlichen Emissionsfaktor nach Fläche / Gebäudetyp oder Anlagenart.
Anlagespezifische Methode:
Erforderliche Tätigkeitsdaten:
- Anlagenspezifischer Brennstoff-, Strom-, Dampf-, Wärme- und Kälteverbrauch
- Falls zutreffend, Tätigkeitsdaten in Bezug auf nicht verbrennungsbedingte Emissionen (d.h. industrielle Prozesse oder diffuse Emissionen).
Erforderliche Emissionsfaktoren:
- Standort- oder regionalspezifische Emissionsfaktoren für Energiequellen (z. B. Strom und Brennstoffe) pro Verbrauchseinheit (z. B. kg CO2 e/kWh für Strom, kg CO2 e/Liter für Diesel)
- Emissionsfaktoren für Flüchtige und Prozessemissionen.
Zur optionalen Berechnung der mit der Herstellung oder dem Bau von geleasten Anlagen verbundenen Emissionen sollten Unternehmen Lebenszyklus-Emissionsfaktoren verwenden, die Herstellung und Bau einschließen.
Leasinggeberspezifische Methode:
Erforderliche Tätigkeitsdaten:
- Gesamtbrennstoff- und Stromverbrauch des Leasinggebers oder Leasinggeberin
- Flüchtige Emissionen des Leasinggebers oder der Leasinggeberin (z. B. durch Kältemittel)
- Prozessemissionen des Leasinggebers oder der Leasinggeberin (falls zutreffend).
Erforderliche Emissionsfaktoren:
- Standort- oder regionalspezifische Emissionsfaktoren für Energieträger (z. B. Strom und Brennstoffe) pro Verbrauchseinheit (z. B. kg CO2 e/kWh für Strom, kg CO2 e/Liter für Diesel)
- Emissionsfaktoren für flüchtige und Prozessemissionen.
Durchschnittsdaten-Methode:
Erforderliche Tätigkeitsdaten:
- Geschätzte Emissionen auf der Grundlage der belegten Fläche nach Anlagen-/Gebäudetyp (bei gemieteten Gebäuden)
- Geschätzte Emissionen auf der Grundlage der Anzahl und Art der geleasten Anlagen.
Erforderliche Emissionsfaktoren:
- Durchschnittliche Emissionsfaktoren nach Fläche, ausgedrückt in Einheiten von Emissionen pro Quadratmeter, Quadratfuß belegt (z.B., kg CO2 e/m2 /Jahr)
- Durchschnittliche Emissionsfaktoren nach Gebäudetyp, ausgedrückt in Emissionseinheiten pro Gebäude (z. B. kg CO2 e/kleines Bürogebäude Block/Jahr)
- Emissionsfaktoren nach Anlagenart, ausgedrückt in Emissionseinheiten pro Anlage (z. B. kg CO2 e/Kfz/Jahr)
Datenbeschaffung
Datenquellen für Tätigkeitsdaten für die anlagespezifische Methode können sein:
- Rechnungen von Versorgungsunternehmen
- Einkaufsaufzeichnungen
- Zählerstände
- Interne IT-Systeme.
Datenquellen für Tätigkeitsdaten für die leasinggeberspezifische Methode können sein:
- Gesamtfläche/Volumen/Menge der Anlagen des Leasinggebers oder der Leasinggeberin
- Gesamtfläche/Volumen/Menge der geleasten Anlagen des berichtenden Unternehmens.
Datenquellen für Tätigkeitsdaten für die Durchschnittsdaten-Methode können sein:
- Grundfläche jedes geleasten Gebäudes
- Anzahl der geleasten Gebäude, aufgeschlüsselt nach Gebäudetypen (z. B. Büro, Einzelhandel, Lager, Fabrik usw.)
- Anzahl und Art der geleasten Vermögenswerte, die keine Gebäude sind und zu Scope-1- oder Scope-2-Emissionen führen (z. B. Firmenwagen-Fahrzeuge, Lastwagen).
Bilanzierung von gemieteten oder geleasten Sachanlagen im Climate Hub
Im Climate Hub sind keine vordefinierten Aktivitäten hinterlegt. Über den Button Eigene Aktivität hinzufügen können Sie neue Aktivitäten anlegen. Eine genaue Beschreibung hierzu finden Sie hier.
Weiterführende Informationen finden Sie in der Technical Guidance for Calculating Scope 3 Emissions des GHG Protocols in Kapitel 8: Upstream Leased Assets ab Seite 94.