Definition
Diese Kategorie umfasst Emissionen aus dem Betrieb von Anlagen, die sich im Besitz des berichtenden Unternehmens befinden (Leasinggeber) und im Berichtsjahr an andere Unternehmen vermietet oder verleast wurden, die nicht bereits in Scope 1 oder Scope 2 enthalten sind.
In manchen Fällen ist es für Unternehmen nicht sinnvoll, zwischen an Kunden verkaufte (in Kategorie 11: Nutzung verkaufter Güter ausgewiesenen) und an Kunden vermietete Produkten (in Kategorie 13: Vermietete oder verleaste Sachanlagen ausgewiesen) zu unterscheiden. In diesem Fall ist es möglich, vermietete Produkte auf dieselbe Weise zu erfassen wie an Kunden verkaufte Produkte, d. h. durch Erfassung der über die gesamte Lebensdauer erwarteten Emissionen der im Berichtsjahr vermieteten Produkte.
Bilanzierung von vermieteten oder verleasten Sachanlagen
Grundsätzlich gibt es drei Berechnungsmethoden. Sie sind nach absteigender Genauigkeit geordnet.
- Anlagenspezifische Methode: Erfassung anlagespezifischer Brennstoff- und Energieverbrauchsdaten, Daten zu verfahrensbedingten und diffusen Emissionen sowie Daten zu Scope 1 und Scope 2 Emissionen der verleasten Anlagen.
- Leasingnehmerspezifische Methode: Sammlung der Scope 1 und Scope 2 Emissionen der Leasingnehmer und Zuordnung dieser Emissionen zu den verleasten Anlagen. Die Verfügbarkeit und der Zugang zu Informationen hängt dabei von der Art des Objektes ab. Ein Unternehmen, das zum Beispiel Fahrzeuge verleast, muss von den Leasingnehmern Kraftstoff- oder Kilometerdaten anfordern, um die Emissionen zu berechnen.
- Durchschnittsdaten-Methode: Schätzung der Emissionen für jede geleaste Anlage basierend auf Durchschnittsdaten, wie z.B. die Durchschnittsemissionen je Anlagentyp.
Anlagenspezifische Methode:
Erforderliche Aktivitätsdaten:
- Anlagenspezifischer Brennstoff-, Strom-, Dampf-, Wärme- und Kälteverbrauch
- Falls zutreffend, Tätigkeitsdaten in Bezug auf nicht verbrennungsbedingte Emissionen (d.h. industrielle Prozesse oder diffuse Emissionen).
Erforderliche Emissionsfaktoren:
- Standort- oder regionalspezifische Emissionsfaktoren für Energiequellen (z. B. Strom und Brennstoffe) pro Verbrauchseinheit (z. B. kg CO2 e/kWh für Strom, kg CO2 e/Liter für Diesel)
- Emissionsfaktoren für Flüchtige und Prozessemissionen.
Leasingnehmerspezifische Methode:
Erforderliche Aktivitätsdaten:
- Gesamtbrennstoff- und Stromverbrauch des Leasinggebers und der Leasinggeberin
- Flüchtige Emissionen des Vermieters oder der Vermieterin (z. B. durch Kältemittel)
- Prozessemissionen des Leasinggebers oder der Leasinggeberin (falls zutreffend).
Erforderliche Emissionsfaktoren:
- Standort- oder regionalspezifische Emissionsfaktoren für Energieträger (z. B. Strom und Brennstoffe) pro Verbrauchseinheit (z. B. kg CO2 e/kWh für Strom, kg CO2 e/Liter für Diesel)
- Emissionsfaktoren für flüchtige und Prozessemissionen.
Unternehmen sollten außerdem Daten sammeln über:
- Gesamtfläche/Volumen/Menge der Anlagen des Leasinggebers oder der Leasinggeberin
- Gesamtfläche/Volumen/Menge der geleasten Anlagen des berichtenden Unternehmens.
Durchschnittsdaten-Methode:
Erforderliche Aktivitätsdaten:
- Geschätzte Emissionen auf der Grundlage der belegten Fläche nach Anlagen-/Gebäudetyp (bei gemieteten Gebäuden)
- Geschätzte Emissionen auf der Grundlage der Anzahl und Art der geleasten Anlagen.
Erforderliche Emissionsfaktoren:
- Durchschnittliche Emissionsfaktoren nach Fläche, ausgedrückt in Einheiten von Emissionen pro Quadratmeter, Quadratfuß belegt (z.B., kg CO2 e/m2 /Jahr)
- Durchschnittliche Emissionsfaktoren nach Gebäudetyp, ausgedrückt in Emissionseinheiten pro Gebäude (z. B. kg CO2 e/kleines Bürogebäude Block/Jahr)
- Emissionsfaktoren nach Anlagenart, ausgedrückt in Emissionseinheiten pro Anlage (z. B. kg CO2 e/Kfz/Jahr)
Unternehmen sollten außerdem Daten sammeln über:
- Grundfläche jedes geleasten Gebäudes
- Anzahl der geleasten Gebäude, aufgeschlüsselt nach Gebäudetypen (z. B. Büro, Einzelhandel, Lager, Fabrik usw.)
- Anzahl und Art der geleasten Vermögenswerte, die keine Gebäude sind und zu Scope-1- oder Scope-2-Emissionen führen (z. B. Firmenwagen-Fahrzeuge, Lastwagen).
Datenbeschaffung
Datenquellen für Verbrauchsdaten bei der anlagespezifischen Methode sind:
- Rechnungen von Versorgungsunternehmen
- Einkaufsaufzeichnungen
- Zählerstände
- Interne IT-Systeme.
Bilanzierung von vermieteten oder verleasten Sachanlagen im Climate Hub
Im Climate Hub sind keine vordefinierten Aktivitäten hinterlegt. Über den Button Eigene Aktivität hinzufügen können Sie neue Aktivitäten anlegen. Eine ausführliche Beschreibung hierzu finden Sie hier.
Weiterführende Informationen finden Sie in der Technical Guidance for Calculating Scope 3 Emissions des GHG Protocols in Kapitel 13: Downstream Leased Assets ab Seite 128.