Wie nutze ich das PPWR-Modul?
INHALT
I. Struktur des PPWR-Moduls
Das PPWR-Modul ist um drei miteinander verknüpfte Datensatztypen aufgebaut. Das Verständnis ihrer Beziehungen zueinander bildet die Grundlage für die Arbeit mit dem Modul.
Produkte
Ein Produkt ist die Ware, die Sie auf dem EU-Markt in Verkehr bringen – also der Inhalt, der verpackt wird. Das Produkt selbst ist nicht Gegenstand der PPWR; es dient als Bezugspunkt, um die zugehörigen Verpackungen zu strukturieren und zuzuordnen.
Beispiel: eine 0,75-l-Flasche Apfelsaft, ein Paket Schrauben, ein Kosmetikartikel.
Komponenten
Eine Komponente ist ein einzelner Material-Bestandteil einer Verpackung – zum Beispiel eine Glasflasche, ein Papieretikett, ein Aluminiumverschluss oder eine Kunststofffolie.
Auf Komponentenebene erfassen Sie die PPWR-relevanten Nachhaltigkeits- und Compliance-Daten: Materialzusammensetzung, Gewicht, PFAS, Schwermetalle und Recyclingfähigkeit.
Jede Komponente wird genau einem Lieferanten zugeordnet, der für die Eingabe dieser Daten verantwortlich ist. Beziehen Sie dieselbe Komponente von mehreren Lieferanten (Multi-Sourcing), legen Sie pro Lieferant eine eigene Komponente an.
Eine Komponente kann in mehreren Verpackungseinheiten verwendet werden.
Beispiel: Ein Papieretikett wird sowohl für die 0,5-l- als auch für die 1,0-l-Flasche eingesetzt – es genügt eine Komponente.
Verpackungseinheit
Eine Verpackungseinheit beschreibt eine konkrete, vollständige Verpackung, wie sie tatsächlich in Verkehr gebracht wird. Sie besteht aus einer oder mehreren Komponenten.
Pro Verpackungseinheit legen Sie fest:
- die PPWR-Rolle Ihres Unternehmens für diese Verpackung (z. B. Erzeuger, Importeur)
- die Verpackungsart (Verkaufs-, Um- oder Transportverpackung)
Auf Ebene der Verpackungseinheit erstellen Sie auch die Konformitätserklärung und die technische Dokumentation.
Beispiel: Die Verkaufsverpackung „Apfelsaft 0,75 l" besteht aus den Komponenten Glasflasche, Papieretikett und Aluminiumverschluss.
II. Empfohlener Ablauf für die Einrichtung
Um das PPWR-Modul zu nutzen, empfehlen wir folgende Reihenfolge:
- Komponenten anlegen – Erfassen Sie zunächst die einzelnen Bestandteile Ihrer Verpackungen (z. B. Flasche, Etikett, Verschluss) und ordnen Sie jeder Komponente den zuständigen Lieferanten zu (siehe: Wie lade ich meine (Verpackungs-)Komponenten hoch?).
- Verpackungseinheiten erstellen – Legen Sie die konkreten Verpackungen an und bestimmen Sie pro Verpackungseinheit die PPWR-Rolle und die Verpackungsart (siehe: PPWR: Verpackungstypen und Rollen und Wie lade ich meine Verpackungseinheiten hoch?).
- Produkte anlegen (optional) – Hinterlegen Sie die Produkte, die Sie in Verkehr bringen, falls Sie Ihre Verpackungen einem Inhalt zuordnen möchten (siehe: Wie lade ich meine PPWR-Produkte hoch?) und verknüpfen Sie diese mit den Verpackungseinheiten (siehe: Wie lade ich meine PPWR-Mapping Dateien hoch?).
- Komponenten und Verpackungseinheiten verknüpfen – Verbinden Sie die angelegten Komponenten mit den passenden Verpackungseinheiten. So entsteht das vollständige Abbild jeder Verpackung (siehe: Wie lade ich meine PPWR-Mapping Dateien hoch?).
- Lieferantendaten abfragen – Fordern Sie die fehlenden Compliance- und Stammdaten (z. B. Materialzusammensetzung, Gewicht, PFAS, Schwermetalle) bei den zugeordneten Lieferanten an (siehe: Wie sende ich eine PPWR-Datenanfrage?).
- Nachweisdokumente erstellen – Erstellen Sie auf Ebene der Verpackungseinheit die Konformitätserklärung und die technische Dokumentation (coming soon!).
III. Status der Datenerfassung
Für jede Komponente wird der Status der Datenvollständigkeit angezeigt. Er zeigt auf einen Blick, wie weit die Erfassung der PPWR-relevanten Stammdaten und Nachhaltigkeitsdaten fortgeschritten ist:
- Unvollständig – Für die Komponente fehlen noch erforderliche Daten (z. B. Materialzusammensetzung, Gewicht, PFAS, Schwermetalle). Es wurde noch keine Anfrage an den Lieferanten gestellt.
- Angefordert – Die fehlenden Daten wurden beim zugeordneten Lieferanten angefragt, liegen aber noch nicht vollständig vor.
- Vollständig – Alle erforderlichen Daten für die Komponente sind erfasst. Die Komponente kann in den Nachweisdokumenten (Konformitätserklärung, technische Dokumentation) verwendet werden.
IV. Daten selbst erfassen
Jede Komponente muss einem Lieferanten zugeordnet sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Daten zwingend vom Lieferanten kommen müssen – Sie können die Stammdaten und Nachhaltigkeitsdaten auch selbst direkt im Reiter Nachhaltigkeitsdaten der Komponente eintragen.
Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn
- der zugeordnete Lieferant noch nicht im Supply Chain Hub registriert ist,
- Sie die Komponente selbst herstellen, oder
- Ihnen die Angaben bereits anderweitig vorliegen – etwa aus einer Konformitätserklärung, einem Datenblatt, einem Prüfbericht oder aus früheren Abfragen.
In diesen Fällen übernehmen Sie die Werte direkt in den Reiter Nachhaltigkeitsdaten; eine Anfrage an den Lieferanten ist nicht erforderlich. So bleiben Sie auch dann handlungsfähig, wenn ein Lieferant nicht oder nur verzögert antwortet.
Sobald die Daten vollständig sind, klicken Sie auf der Komponente auf Als abgeschlossen markieren, um ihren Status auf Vollständig zu setzen.